Kuckucksuhrenfabrik Flensburg

Kuckucksuhren aus Flensburg - wie alles begann

Es ist sicher keine große Überraschung, dass es in Flensburg keine Kuckucksuhrenfabrik gibt und in der Fördestadt nie derlei Chronometer hergestellt wurden. Trotzdem gibt es hier einen kurzen Abriss dieser, nun ja, Kuckucksuhren-Nicht-Geschichte.

Es ist keine 200 Jahre her, dass der altehrwürdige Flensburger Egon Meyer die Idee verwarf, in der schönen alten Fördestadt, ganz im Norden Deutschlands, eine Manufaktur für Kuckucksuhren und andere Zeitmesser zu gründen. Ebenfalls unterließ er es (konsequenterweise) diese Manufaktur zu einer Fabrik auszubauen, die immerhin an die 150 Angestellte, darunter Uhrmachermeister und -gesellen hätte haben können.

Ein wichtiger Arbeitgeber für die Region!

Die meyersche Fabrik hätte für Flensburg und das nähere Umland, besonders für den Kreis Schleswig-Flensburg, ein wichtiger Wirtschaftsfaktor werden können. Die 150 Arbeitsplätze wären für das gebeutelte Flensburg ein Glücksfall gewesen. Doch leider kam es anders... Egon Meyer, der mit nur 14 Jahren eine Feinmechanikerlehre begann und 3 Jahre später den Gesellenbrief in den Händen hielt, war von klein auf fasziniert vom Ticken der kleinen und vom Schlagen der großen Uhren seines gutbürgerlichen Elternhaus'. Was war naheliegender, als eine Ausbildung im Uhrmacherhandwerk zu beginnen? Leider lag genau hier das Problem: es gab keine Ausbildungsplatze in diesem Gewerk. Also entschied man sich im Hause Meyer dafür, den jüngsten Spross (Meyer hatte zwei ältere Schwestern) eine Feinmechaniker-Ausbildung bei Fehming & Sohn in Flensburg beginnen zu lassen.

Gab der Kuckuck den Anstoß?

Der Kuckuck ist ein scheuer heimischer Vogel, der vor allem durch seinen markanten Reviergesang auf sich aufmerksam macht. Es ist nicht überliefert, warum der junge Egon Meyer darauf verfiel, diesen Gesang mittels eines Apparates erzeugen zu wollen, und warum er dies in Form einer Kuckucksuhr hätte tun wollen können. Fakt ist, dass man den Namen des wenig berühmten Flensburgers kaum mit eben dieser Apparatur in Verbindung bringt, da er ja nie eine solche Uhr selbst konstruiert oder gebaut hat, schon gar nicht in Flensburg.

Es gibt natürlich noch eine Reihe weiterer Gründe, die gegen die These sprechen, dass es nördlich Hamburgs je eine Manufaktur oder gar Fabrik für Kuckucksuhren gegeben hat, und es wird kaum jemand bestreiten, dass hier im Gunde nur Unsinn steht. Der Punkt ist aber der: Uhren werden im Allgemeinen in südlicheren bundesdeutschen Gefilden, vor allem im Schwarzwald, produziert, und das gilt natürlich im Besonderen für die hier erwähnten Apparaturen mit dem kleinen Vogel.


Wichtiges deutsches Kulturgut: Die Kuckucksuhr in der Volksmusik.

Uhr ist nicht gleich Uhr!

Was bei oberflächlicher Betrachtung als Banalität daherkommt, offenbart bei näherer Betrachtung jedoch eine gewisse, unterschwellige Besonderheit: "Uhr ist nicht gleich Uhr" versucht zu verdeutlichen, dass es Uhren gibt, die einer Art entsprechen und andere, die mit einer anderen Art in Verbindung gebracht werden. Das gilt z.B. für Kuckucksuhren. Die Kuckucksuhr trägt ihren Namen zurecht und mit Stolz, ist sie doch, neben der Standuhr (auch Pendeluhr) und natürlich der Turmuhr, eine der imposantesten Vertreter ihrer Gattung. Es dürfte kaum jemanden geben, der sich dem Zauber dieser beeindruckenden Apparatur entziehen kann, namentlich dem Schlagen des Uhrwerkes, welches hier, wie weiter oben erwähnt, dem Gesang des Kuckucks nachempfunden ist.

Die Flensburger Kuckucksuhr

Technisch gesehen handelt es sich bei der Flensburger Kuckucksuhr um eine Pendeluhr, welche eine dem heimischen Vogel nachempfundene hölzerne Figur beherbergt. Diese wird über eine Aparatur im Inneren des Uhrengehäuses zur jeweils vollen Stunde dazu genötigt, aus der beschriebenen Behausung zu lugen und "Kuckuck" zu rufen. Die Anzahl der Rufe entsprechen dabei der Zahl der vollen Stunden, um welche der Tag, respektive die Nacht, fortgeschritten. Bei der Flensburger Kuckucksuhr handelt es sich nun um ein Modell, welches eine abgewandelte und als Flensburger darf ich stolz hinzufügen: einzigartige Form der Mechanik in seinem Inneren trägt. Ich habe sowohl technische Details als auch Erfahrungsberichte zu diesem hervorragendem Konglomerat nordischer Technikrafinesse und natürlichen Ingrediensien gesammelt und will dem geneigten Leser diese nicht vorenthalten, obgleich dies im Grunde alles lediglich gänzlich sinnfreies Gefasel ist. Sie finden die Dateien in je drei Versionen vor:

Konstruktionszeichnungen

Technische Details

Erfahrungsberichte

 

Uhren-Technik aus dem Norden der Republik

Die nicht existente Flensburger Kuckuckuhrenmanufaktur, aus der nie eine Uhrenfabrik entstand, ist ein hervorragendes Exempel für die Unsinnigkeit, derlei technische Bestrebungen hier bei uns im Norden nicht anzugehen. Dass Egon Meyer seinerzeit diese Chance hat verstreichen lassen, ist Ausdruck für einen eklatanten Mangel an Unternehmergeist. Es ist schade, dass weder Meyer, noch sonst wer den Schneid hatte, sich in einem Bereich zu engagieren, der prinzipiell zukunftsträchtig und aus unternehmerischer Sicht nahezu risikolos gewesen hätte sein können. Denn welcher Dummkopf käme auf die Idee, in Flensburg Kuckuckuhren bauen zu wollen? Es wäre also ein konkurrenzloses und somit planbares, annähernd sinnfreies Unterfangen gewesen!

Weitere Informationen zum Thema Kuckucksuhrenfabriken finden Sie vermutlich kaum, weder in Flensburg noch sonst wo. Falls doch, so schreiben Sie mir doch bitte, das würde mich sehr interessieren. Die Welt braucht Kuckucksuhren aus Flensburg!